Die "Bestmann" - Triebwerk
Das Triebwerksgerüst besteht aus zwei Biegeträgern, welche durch Stahlrohrstreben am Rumpf abgestützt sind. Der Anschluss am Rumpfgerüst erfolgt an vier Punkten durch senkrechte Bolzen. Der Motor ist in vier Metallgummilagern aufgehängt. Nach dem Lösen der vier Motorbolzen können die beiden Seiten des Triebwerks auseinandergeklappt und der Motor herausgenommen werden (6). Die Triebwerksverkleidung besteht aus Leichtmetall. An jeder Seite befindet sich eine große Klappe, welche den Zugang zu den wesentlichen Teilen des Motors ermöglicht. Die gesamte Verkleidung ist mit Schnellverschlüssen befestigt und in kürzester Zeit abnehmbar. Als Flugmotor kommt der luftgekühlte 4- Zyl. Hirth -Motor HM 500 zum Einbau. Die Höchstleistung beträgt 105 PS bei 2500 Umdrehungen. Das Anlassen des Motors erfolgt durch eine Handkurbel auf der linken Motorseite. Der Motor ist mit einem Rückenflugvergaser ausgerüstet. Ein aus Aluminium geschweißter Kraftstoffbehälter mit einem Fassungsvermögen von ca. 100 I ist im hinteren Teil der Kabine unterhalb des Gepäckraumes angeordnet. Der Kraftstoffbehälter ist mit einem Leckschutz eingekleidet. Es sind 2 Kraftstoffentnahmestellen, davon eine als Reserve, vorgesehen. Die Entnahme des Kraftstoffes erfolgt durch Motorpumpe bzw. im Störungsfalle durch Reserve-Handpumpe. Der Schmierstoffbehälter ist auf einem Stahlrohrbock auf dem Motor befestigt. Die Kraftstoffleitungen sind als Haupt- und Reserveleitungen doppelt verlegt. Das Gasgestänge kann von beiden Sitzen durch rechts und links im Führerraum angebrachte Gashebel betätigt werden. Die Betätigung der Gashebel erfolgt durch Stoßstangen. Die Handpumpe, welche von beiden Seiten aus bedienbar ist, ist mit einer Doppelfilterbrandhahn-Armatur vereinigt. Zum leichten Anlassen des Motors ist eine Handeinspritzpumpe eingebaut.
Quelle: "Bücker Werkszeitschrift", Ausgabe Dezember 1941